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Retro Pflege – alte Hardware aufbereiten

Alte Hardware, wie der Commodore C64 im Brotkasten Gehäuse, haben heutzutage gut und gerne 40 Jahre auf dem Buckel.
Sofern derart Retro Computer trocken gelagert wurden, sollten Schäden durch Korrosion nur eine marginale Rolle spielen. Verschleiß in den Komponenten, wie z.B. den Kondensatoren, kann man über eine solche Zeitspanne leider nicht verhindern.

Commodore C64, Baujahr 1984

Mit ein bisschen handwerklichem Geschick und dem passenden Werkzeug, lässt sich die Lebensdauer unserer lieb gewonnenen Schätze um einiges erhöhen.

Ich entschied mich kurzerhand, die Elektrolyt Kondensatoren (kurz ELKOs) auf dem Mainboard zu tauschen und diverse Verschmutzungen auf der Oberfläche zu beseitigen.

Mainboard des C64, Assembly 250425

Elektrolyt Kondensatoren fungieren praktisch wie kleine Stromspeicher. Die Kapazität nimmt mit den Jahren, bedingt durch die Verhärtung des Elektrolyt Materials im Inneren, ab und eine Abgabe der korrekten Spannung ist nicht mehr gegeben.
Ein häufiges Anzeichen für defekte Kondensatoren ist bei Lautsprechern z.B. ein durchgehendes Brummen, Monitore können sich abschalten und beim Commodore C64 tritt des öfteren eine Verschlechterung der Bildqualität auf, da der Grafikchip auf dem Mainboard, der sogenannte VIC, empfindlich auf allerlei Unregelmässigkeiten reagiert.

Die Kondensatoren haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht deutlich verändert und dank Händlern wie Conrad Electronics, findet man die benötigten Teile schnell im breiten Warenangebot.
Bei den ELKOs ist es extrem wichtig, auf die Kapazität und Spannungsaufnahme zu achten. Sie variieren ebenfalls in axialer oder radialer Ausrichtung. Bevor man sich dem Tausch widmen möchte, sollte man also eine Stückliste der benötigten Austauschteile erstellen.
Die Kapazität, gemessen und angegeben in Mikrofarad (uF), darf nicht verändert werden. Falls allerdings ein Kondensator mit einer Spannungsaufnahme von z.B. 12V nicht vorrätig ist, kann man auch einen nächst höheren Wert wie 16V nehmen.

Die ELKOs sind auf dem Mainboard verlötet, daher ist ein wenig Kenntnis in der Benutzung eines Lötkolbens Voraussetzung, um die Bauteile zu tauschen. Zur Reinigung der Hauptplatine verwendet man Isopropyl Alkohol, den man im Fachhandel oder in Apotheken bekommen kann. Zum Entlöten der alten Bauteile empfiehlt sich eine Entlöt-Pumpe oder Kupfer Litze.

Mit einer im Alkohol getränkten Bürste, können das Mainboard und die Chips vorsichtig abgebürstet werden. In den kleinen Zwischenräumen empfiehlt es sich, mit Wattestäbchen zu arbeiten.

Die großen, axialen ELKOs

Sofern man keinen Schaltplan des Commodore C64 Mainboards heruntergeladen hat, sollte man die ELKOs nacheinander tauschen, um einer Verwechslung der Bauart vorzubeugen.
Der Plus- sowie Minus Pol sind zum Teil auf dem Mainboard gekennzeichnet. Die ELKOs zeigen mit einem farbigen Streifen, sowie einem längeren Beinchen, auf welcher Seite die korrekte Polarität zu finden ist. Zur Sicherheit habe ich mir Fotos der zu tauschenden Elemente gemacht.

Das Entlöten der Kondensatoren ist ein bisschen tricky. Um dem alten Lötzinn eine bessere Wärmeaufnahme zu bieten, kann man ein wenig neues Lötzinn auftragen. Ist die Lötstelle flüssig, lässt sie sich mit einer Entlöt-Pumpe absaugen. Eine Lötstation mit elektrischer Pumpe hat hier deutliche Vorteile, aber auch die kleine Handpumpe in Stift-Form reicht dem Hobbybastler vollkommen aus.

Der neue Kondensator ist von der Abmessung her etwas kleiner

Nach einer guten Stunde waren alle ELKOs getauscht. Auf dem Assy 250425 waren es 9 an der Zahl. Als nächstes wird noch das alte Netzteil gegen ein neues getauscht, um Schäden in Form von Spannungsspitzen durch veraltete Elektronik vorzubeugen.

Somit sollte sich die Haltbarkeit des Commodore C64 um ein paar Jahre verbessert haben.

Mein nächstes Projekt ist ein Commodore C64 C, dessen Gehäuse bereits leicht vergilbt ist. Auch hier gibt es einige Tricks zur Aufbereitung.

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